Einmal Akropolis und zurück für 90 Cent

Als die ersten Zacken der schneebedeckten Alpen in der Ferne durch die geschlossene Wolkendecke Süddeutschlands brachen, wirkten sie fast wie bizarr gestaltete Wetterformationen. Während sich AZ 0413 auf dem Weg von Frankfurt am Main (FRA) nach Mailand-Linate (LIN) der ersten Bergkette näherte, ließ ich mir vom Bordservice eine Cola und einen süßen Snack reichen. Damit hatte ich den Flugpreis schon wieder rausgeholt und konnte jetzt beginnen, „Gewinn“ zu machen.

Mitunter sehr günstige Ticketpreise sind seit Aufkommen der Billigflieger nicht mehr unbekannt. Aber eine Reise mit Alitalia von Frankfurt nach Athen und zurück zum Preis eines Gläschens Zuckerbrause? Auf meinem Reservierungsbeleg ist der Preis von 25.090 ¥ angegeben, bezahlt habe ich aber nur 90 ¥ was bei einem Durchschnittskurs von 100:1 gerade einmal rund 90 Cent ausmacht. Aber warum überhaupt japanischer Yen, und wie ist dieser atemberaubende Rabatt zu erklären?

Alitalia Athen klein

An einem warmen Septembernachmittag im vergangenen Jahr hatte alles seinen Anfang genommen, als ich meine E-Mail checkte und dabei auch – welch glückliche Fügung – über ein ganz besonderes Angebot der Alitalia stolperte. Ihren japanischen Kunden offerierte die Airline bei sofortiger Flugbuchung einen Rabatt von 25.000 ¥, der den Reisepreis mittels Gutschein-Code um eben jenen Betrag mildern sollte. Leider hatten die Programmierer in Rom vergessen, oder gar nicht daran gedacht, dies systemisch nur von in Japan beginnenden Flugreisen zu erlauben. So aber konnte man auf der japanisch-sprachigen Webseite von Alitalia jeden beliebigen Flug mit diesem Rabatt einbuchen. Nach einigem Probieren und parallelem Nachvollziehen der einzelnen Buchungsschritte auf der englischsprachigen Webseite hatte ich nach knapp zwei Stunden drei Wochenendreisen auf gut Glück zusammengestellt und gebucht.

Nachdem die Tickets in den Folgetagen erst durch Alitalia storniert und dann doch ausgestellt wurden, hatte ich – jeweils von Frankfurt – ausgehend Hin- und Rückflüge nach Mailand, Tirana und Athen bestätigt bekommen. Der effektive Endpreis für alle 14 dazu nötigen Flugsegmente zusammen belief sich auf umgerechnet kaum zu fassend niedrige 8,60 Euro, womit ich circa 750 Euro auf den Normalpreis gespart hatte. Vielleicht sollte ich fairerweise dazusagen, dass die Flugzeiten nach Tirana und Athen mit jeweiligem Umstieg in Mailand und Rom und Rückflug gegen 06:00 Uhr sonntagsfrüh alles andere als angenehm waren. Glücklicherweise annullierte Alitalia die Frühflüge im Laufe der Monate und so bekam ich als Alternative angenehme Nachmittagsverbindungen für die Rückreise angeboten.

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Jetzt, rund ein halbes Jahr nach Buchung, bin ich auf dem Weg in die grichische Hauptstadt bei meinem letzten Zwischenstopp angelangt. Dazwischen stand heute Mittag schon eine gut vierstündige Stadtbesichtigung in Mailand, wo man bei klarem Wetter einen phantastischen Blick vom Dach des weltberümten Duomo di Milano über die Innenstadt und die dahinterliegenden schneebedeckten Alpen genießen konnte. Auch zu einem kleinen Rundgang durch die Altstadt hat die Zeit gereicht.

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Da ich in diesem Jahr bereits das dritte Mal in Rom (FCO) aus- bzw. umsteige, kenne ich den Flughafen mittlerweile recht gut. Im Terminal D gibt es in der obersten Ebene ein Selbstbedienungsrestaurant mit fairen Preisen, das vor allem von Flughafenmitarbeitern genutzt wird. Pastagerichte ab 5.90 Euro wird man sonst wohl nicht so leicht finden können. Jetzt zur Abendessenszeit auf dem römischen Flughafen Fiumicino etwas zur Ruhe gekommen, beginnt sich der Tag wie Kaugummi zu ziehen. Der Abflug nach Griechenland hat sich zu allem Übel auf 22:00 Uhr verzögert und ist damit der vorletzte Flug, der an diesem Abend in Rom noch rausgeht: Aber das ist wohl der Preis des Sparens.

Athen (ATH) würde ich damit nach knapp 18 Stunden Reisezeit endlich erreichen, wobei man den praktisch kostenlosen und wunderschönen Stop-Over in Mailand natürlich nicht vegessen darf. Zeitlich hätte ich es vielleicht sogar noch in das Zentrum der Heiligen Stadt geschafft, aber angesichts des römischen Verkehrschaos und der ungünstigen Lage des Flughafens wäre dies doch wohl zu viel des Guten gewesen.

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